Trauma Fachberatung

An dieser Stelle möchten wir Sie auf ein besonderes Angebot für Menschen mit traumatischen Erfahrungen hinweisen. 

In unserer Einrichtung stehen Ihnen eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter zur Verfügung, die zum Fachberater Psychotraumatologie (DeGPT) und im Bereich Organisierte Rituelle Gewalt und Komplextrauma ausgebildet sind.

Es gibt viele Ursachen für Traumata; dies können Gewalterlebnisse, sexuelle Misshandlungen, Unfälle, schwere Krankheiten, Katastrophen, Krieg, Flucht und Verfolgung sein.  Nicht verarbeitete oder wiederholt erfahrene traumatische Ereignisse können zu Posttraumatischen Belastungsstörungen und zu Krankheitsbildern wie der Borderline-Persönlichkeitsstörung oder der dissoziativen Identitätsstörung führen.

In der Folge leiden die betroffenen Menschen an verschiedenen Begleitsymptomen, dazu zählen Schlafstörungen und Alpträume, Angst, depressive Zustände, Wiedererleben des traumatischen Ereignisses (Flashbacks), Nervosität und Unruhe, Konzentrationsstörungen, aber auch Selbstverletzendes Verhalten oder Dissoziationen (Verlust von Zeit, Erinnerungen, der Identität). Die Betroffenen leiden sehr darunter, da diese Folgestörungen das Leben massiv einschränken können. 

Wie kann Ihnen die Ambulante Soziale Betreuung helfen?

Zunächst ist für Sie wichtig zu verstehen, dass Ihre Reaktionen und Beschwerden keine eigenständigen Krankheiten sind, sondern einen Versuch Ihrer Seele darstellen, Bewältigungsstrategien zu entwickeln. 

In einem auf Sie zugeschnittenen Setting erlernen Sie stabilisierende Techniken, üben diese ein und erarbeiten Lösungsstrategien, mit denen sie die Auswirkungen des Traumas in Ihrem Alltag bewältigen können. 

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass aus fachlichen Gründen in der Ambulanten Sozialen Betreuung nicht die Ursachen des Traumas bearbeitet werden können. Die Ambulante Soziale Betreuung ersetzt keine Therapie. Aber sie ermöglicht Ihnen, Ihre aktuelle Lebenssituation besser zu verstehen und hilft Ihnen bei der Bewältigung durch aktive Unterstützung. Fachlich nutzen wir in unserer Arbeit wirksame Methoden der Trauma-Beratung  wie z.B. Re-Orientierung, Imagination, Achtsamkeitsübungen.

Sollte in diesem Prozess deutlich werden, dass eine Psychotherapie sinnvoll ist, unterstützen wir Sie gerne bei der Suche nach fachlich geeigneten Therapeut/innen und weiterführenden Fachdiensten, mit denen wir eng zusammen arbeiten.

Wie Sie den Antrag stellen

Wir helfen Ihnen gern dabei, einen Antrag auf Kostenübernahme (gemäß §54 SGB XII und §55 SGB IX) bei der Abteilung Eingliederungshilfe der Stadt Braunschweig zu stellen. Dort werden dann die sozialrechtlichen Voraussetzungen geprüft.

In dem darauf folgenden Teilhabeplanverfahren werden Vereinbarungen über den zeitlichen Umfang, Zielsetzung und Dauer der Unterstützung getroffen. Bei diesen Gesprächen werden wir Sie persönlich begleiten und unterstützen.

Sollten Sie bereits Geldleistungen über das persönliche Budget als „Hilfe zur Eingliederung“ erhalten, oder aufgrund Ihrer Einkommens- und Vermögenssituation zurzeit keinen Anspruch auf Förderung durch den Sozialhilfeträger haben, beraten wir Sie gern über Möglichkeiten individueller, einzelvertraglicher Lösungen.